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Jo Pollux

the mysterious

Jo Pollux ist eine queere Fotografin, die mysteriöse und moderne schwarz-weiß Fotografien und Erotikfilme macht. Ihr einzigartiger visueller Ausdruck nahm Gestalt an, als sie in Paris lebte, wo sie eine Gruppe von Künstler*innen traf, die sie inspirierten. Sie begann ein Studium der Künste und Kommunikation an der Akademie der bildenden Künste in Wien und schloss ihr Diplom in Kommunikationsdesign ab. Dafür zog sie schließlich nach Berlin, wo sie derzeit lebt und sich von den Geschichten der Stadt inspirieren lässt.

“Meine Vorstellungen sind mit Stimmungen des Film Noir, Innenräumen voller Rauch, efeubewachsenen Wäldern und langen Backsteingassen gefüllt.

Obwohl die meisten Künstler, die mich inspirieren, wie Brassai, Helmut Newton und Mapplethorpe, auch mit intensiven Atmosphären und Sexualität arbeiten, sind sie gleichzeitig tote weiße Männer und neigen – mit Ausnahme von Mapplethorpe – dazu, durch ihre “Außenansicht” hindurch zu fotografieren. Ich bin hingegen eine weiße, queere und europäische Femme-Fotografin und arbeite zusätzlich dazu mit anderen Künstler*innen und Models aus meiner Underground-Community zusammen, so dass ich eine „Innenansicht“ schaffen kann.

Meine Faszination für Fotografie und das Filmemachen basiert auf der Konstruktion und Übersetzung von Bildern. Ich fühle mich dazu bewegt, die Welten, die ich vor meinem inneren Auge sehe, zu erschaffen, und mit anderen zu teilen. Also Tagträume in Bilder zu übersetzen.

Meine Themen kommen hauptsächlich aus Beobachtungen von Begehren, Kink und Fantasie.”

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Jo Pollux großes Projekt “As You Wish, My Lady” spaltet sich in mehrere Filme auf. Sie erzählt:

“Über 3 Jahre lang war ich in einer Beziehung mit Sadie Lune, einer professionellen Dom, und wir beschlossen, einige unserer Fantasien, unseren Lebensstil und unseren gemeinsamen Raum mit der Außenwelt zu teilen. Viele Menschen fragen mich seither über BDSM aus, da einige von ihnen nicht verstehen können, warum sich jemand freiwillig in so ein Setting bringen möchte. Sobald ich damit anfange, ihre Fragen zu beantworten und von all den Höhen und Emotionen während der Erfahrung zu erzählen, kann ich jedoch oft einen Funken Neugier und Erregung in ihren Augen erkennen.

Die Mainstream-Welt ist voll von falschen Darstellungen von BDSM, in denen Missbrauch und Misshandlung romantisiert dargestellt werden. Der Fokus liegt dabei immer auf dem Ego des Doms und vernachlässigt die wichtige Machtbalance, die gegenseitige Verantwortung und das wechselseitige Vertrauen, das zwischen Dom und Bottom aufgebaut werden muss.

Mein Ziel war es, Verletzlichkeit, Sanftheit und Intimität in einem sicheren Rahmen zu zeigen. Die Spannung zwischen Aufregung und Vergnügen hervorzuheben.

Ich möchte die Betrachtenden in eine Welt bittersüßer Erregung entführen. Und eine Brücke zwischen Nähe und Qual und Freiheit und Stolz zu zeichnen. As You Wish, My Lady lädt Betrachtende dazu ein, einen Blick in die intensive und verborgene Welt der Underground-Szene des BDSM in Berlin zu werfen.”

 

AS YOU WISH MY LADY
“My Lady likes a dark space underground, we’ve all spent time there but none of us know the way. We wait for her inside ourselves, touching each other maybe. She first appears as clacking boots and crushed fig leaves on a stairway, then the boots slacken until still. She’s probably deciding, or maybe she’s done it days ago. I hold my breath, and hope.”